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Film 03. Juni 2026 9 Min. Lesezeit

Was kostet ein Imagefilm? Der ehrliche Preisguide 2026

Von Daniel

Was kostet ein Imagefilm? Der ehrliche Preisguide 2026

Ein Imagefilm kostet zwischen 5.000 und 50.000 Euro — die Spanne hat gute Gründe

Die Frage nach den Kosten eines Imagefilms ist die häufigste Anfrage, die Produktionsfirmen bekommen. Und die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Es kommt darauf an. Auf die Länge, die Komplexität, die Crew-Größe, den Drehaufwand, die Postproduktion und den Anspruch an das Endergebnis.

Dieser Preisguide schlüsselt auf, wo das Geld hingeht, welche Budgetstufen es gibt und woran man erkennt, ob ein Angebot fair ist. Ohne Marketing-Sprech, ohne versteckte Kosten — nur Zahlen und Erklärungen.

Was ein Imagefilm ist — und was nicht

Ein Imagefilm positioniert ein Unternehmen. Er zeigt, wer das Unternehmen ist, was es ausmacht und warum es relevant ist. Er richtet sich an Kunden, Bewerber, Partner und die Öffentlichkeit. Ein guter Imagefilm transportiert Haltung und Kultur — nicht nur Produkte und Leistungen.

Was ein Imagefilm nicht ist: kein Werbespot (der verkauft ein Produkt), kein Produktfilm (der erklärt ein Produkt), kein Recruitingvideo (das spricht gezielt Bewerber an). Auch wenn die Grenzen verschwimmen — die Zielsetzung bestimmt Konzept, Stil und Budget.

Typische Länge

90 Sekunden bis drei Minuten. Kürzer transportiert zu wenig, länger verliert die Aufmerksamkeit. Für Social Media werden aus dem Hauptfilm kürzere Versionen geschnitten (15, 30, 60 Sekunden). Das sollte von Anfang an mitgedacht werden.

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Kostenstruktur: Wohin das Geld fließt

Vorproduktion (15-25% des Budgets)

Konzept und Storyline: Was soll der Film erzählen? Welche Botschaft steht im Zentrum? Konzeptentwicklung mit Moodboard, Treatment und Storyboard kostet 1.000 bis 5.000 Euro — abhängig von Komplexität und Abstimmungsschleifen.

Drehplanung: Locations identifizieren, Drehgenehmigungen einholen, Crew zusammenstellen, Equipment buchen, Zeitplan erstellen. Administrative Arbeit, die selten im Angebot sichtbar ist, aber Stunden verschlingt.

Casting und Koordination: Braucht der Film Sprecher, Models oder Darsteller? Werden Mitarbeiter einbezogen? Koordination von Terminen und Verfügbarkeiten kostet Zeit.

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Produktion (30-40% des Budgets)

Crew: Die Crew-Größe bestimmt den Produktionstag-Preis. Minimal (2 Personen: Kamera/Regie + Ton): 1.500 bis 2.500 Euro pro Tag. Standard (4-5 Personen: Regie, Kamera, Ton, Licht, Produktionsassistenz): 3.000 bis 6.000 Euro pro Tag. Premium (8+ Personen: Regisseur, DoP, Kameraoperator, Tonmeister, Beleuchter, Grip, Maske, Produktionsleitung): 6.000 bis 15.000 Euro pro Tag.

Equipment: Basisequipment (Cinema-Kamera, Objektive, Stativ, Grundlicht, Audio) ist meist im Crew-Preis enthalten. Extras kosten separat: Gimbal/Steadicam (200-500 Euro/Tag), Drohne mit Pilot (500-1.500 Euro/Tag), Kran oder Dolly (300-800 Euro/Tag), Teleprompter (150-300 Euro/Tag).

Drehtage: Ein typischer Imagefilm benötigt ein bis drei Drehtage. Ein Tag reicht für einen einfachen Interviewfilm mit B-Roll. Zwei bis drei Tage für einen narrativen Film mit mehreren Locations, Szenen und Darstellern.

Postproduktion (30-40% des Budgets)

Schnitt: Der Rohschnitt entsteht in zwei bis fünf Tagen. Zwei bis drei Korrekturschleifen sind Standard. Jede weitere Schleife kostet Zeit und Geld.

Color Grading: Professionelle Farbkorrektur gibt dem Film seinen Look. Ein bis zwei Tage Aufwand, 500 bis 2.000 Euro.

Motion Graphics und Titel: Logo-Animation, Texteinblendungen, Infografiken. Einfach: 500 bis 1.500 Euro. Aufwendig (animierte Sequenzen, 3D-Elemente): 2.000 bis 8.000 Euro.

Musik: Lizenzfreie Musik aus Bibliotheken (Epidemic Sound, Artlist): 50 bis 500 Euro. Exklusive Komposition: 2.000 bis 10.000 Euro. Die Musik definiert die emotionale Wirkung des Films — hier zu sparen, kostet Wirkung.

Voice-over: Professioneller Sprecher inklusive Studio: 500 bis 2.000 Euro. Die Stimme trägt die Erzählung — ein günstiger Sprecher klingt nach günstigem Film.

Sound Design und Mix: Geräusche, Atmosphäre, Balance zwischen Sprache und Musik. 500 bis 2.000 Euro.

Budget-Stufen: Was bekommt man für welches Geld?

5.000 bis 10.000 Euro: Solide Basis

Ein Drehtag mit kleiner Crew (2-3 Personen). Interview-basiertes Format mit B-Roll. Einfacher Schnitt, lizenzfreie Musik, grundlegendes Color Grading. Ergebnis: ein professionelles Video, das das Unternehmen authentisch zeigt. Keine kinematographische Meisterleistung, aber handwerklich sauber.

Typische Anwendung: KMU, die erstmals einen Imagefilm produzieren. Länge: 90 bis 120 Sekunden.

10.000 bis 20.000 Euro: Professioneller Standard

Ein bis zwei Drehtage mit Standard-Crew (4-5 Personen). Konzept mit Storyboard, narrative Struktur, professionelles Voice-over, Color Grading, Motion Graphics. Drohnenaufnahmen möglich. Mehrere Locations. Ergebnis: ein Film, der auf der Website, auf Messen und in Präsentationen Eindruck macht.

Typische Anwendung: Mittelstand, Markenpositionierung, Recruiting-Einsatz. Länge: 2 bis 3 Minuten plus Social-Media-Schnitte.

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20.000 bis 35.000 Euro: High End

Zwei bis drei Drehtage mit großer Crew. Professionelle Regie, DoP mit Cinema-Kamera (RED, ARRI). Aufwendige Locations, möglicherweise Darsteller. Filmmusik (exklusiv oder Premium-Lizenz), professionelles Sound Design. Ergebnis: kinematographische Qualität, vergleichbar mit Werbefilmen.

Typische Anwendung: Größere Unternehmen, internationale Positionierung, Messehauptfilm. Länge: 2 bis 4 Minuten.

35.000 bis 50.000+ Euro: Premiumproduktion

Drei oder mehr Drehtage, große Crew, möglicherweise mehrere Standorte (national oder international). Professionelle Darsteller, Setdesign, Filmkomposition. Höchste Produktionswerte. Ergebnis: ein Film, der mit Werbefilmen großer Marken mithalten kann.

Typische Anwendung: Konzerne, Rebranding, internationale Kampagnen, TV-taugliche Produktion.

Was den Preis nach oben treibt

  • Mehr Drehtage: Jeder zusätzliche Tag kostet 2.000 bis 10.000 Euro (je nach Crew-Größe)
  • Externe Locations: Genehmigungen, Mieten, Logistik
  • Professionelle Darsteller: 500 bis 2.000 Euro pro Person und Tag
  • Drohne: 500 bis 1.500 Euro pro Einsatz
  • Animationen und 3D: 2.000 bis 15.000 Euro
  • Exklusive Filmmusik: 2.000 bis 10.000 Euro
  • Mehrere Sprachversionen: 500 bis 2.000 Euro pro Sprache
  • Schnelle Lieferung: Express-Aufschläge von 20 bis 50 Prozent

Was den Preis senkt

  • Eigene Location nutzen: Kein Mietaufwand, keine Logistik
  • Mitarbeiter statt Darsteller: Authentischer und günstiger
  • Interview-Format statt narrative Inszenierung: Weniger Drehzeit, weniger Postproduktion
  • Lizenzfreie Musik statt Komposition: 90 Prozent Ersparnis bei der Musik
  • Modulare Produktion: Imagefilm plus Social-Media-Clips an einem Drehtag
  • Weniger Korrekturschleifen: Klares Briefing reduziert Änderungsaufwand

Angebote richtig bewerten

Was im Angebot stehen muss

Detaillierte Aufschlüsselung: Vorproduktion, Drehtage, Crew, Equipment, Postproduktion, Musik, Nutzungsrechte. Pauschalangebote ohne Aufschlüsselung sind ein Warnsignal.

Warnsignale

  • Unter 3.000 Euro für einen „Imagefilm": Entweder kein Imagefilm, sondern ein Zusammenschnitt von Stockmaterial, oder ein Hobbyfilmer mit Consumer-Equipment
  • Keine Konzeptphase im Angebot: Der Film wird ohne Strategie produziert
  • Nutzungsrechte nicht geklärt: Nachforderungen bei Veröffentlichung möglich
  • „Alles inklusive" ohne Spezifikation: Unklar, was tatsächlich geliefert wird

Vergleich möglich machen

Bitten Sie drei Anbieter um Angebote auf Basis desselben Briefings. Vergleichen Sie: Crew-Größe, Equipment, Drehtage, Umfang der Postproduktion, Nutzungsrechte, Korrekturschleifen. Der günstigste Preis ist selten das beste Angebot.

Lebensdauer und ROI

Nutzungsdauer

Ein guter Imagefilm hat eine Lebensdauer von drei bis fünf Jahren. Dann ändern sich Unternehmen, Märkte und visuelle Trends. Die Investition verteilt sich also auf mehrere Jahre: Ein Film für 15.000 Euro kostet bei fünf Jahren Nutzung 3.000 Euro pro Jahr — oder 250 Euro pro Monat.

Einsatzmöglichkeiten

Website-Startseite, Messestand, Vertriebs-Präsentationen, Social-Media-Kampagnen, Recruiting-Portale, Investoren-Meetings, Presse. Je mehr Einsatzbereiche, desto höher der ROI. Deshalb lohnt es sich, Social-Media-Schnitte und Kurzversionen gleich mitzuproduzieren.

Häufige Fragen

Von Briefing bis Lieferung: sechs bis zwölf Wochen. Davon Vorproduktion: zwei bis vier Wochen, Dreh: ein bis drei Tage, Postproduktion: drei bis sechs Wochen. Rush-Produktionen in vier Wochen sind möglich, kosten aber Aufpreis und gehen auf Kosten der Abstimmungsqualität.

Ja, in irgendeiner Form. Bei Interview-basierten Filmen reicht ein Fragebogen plus Shotlist. Bei narrativen Filmen ist ein ausgearbeitetes Treatment oder Drehbuch nötig. Ohne schriftliches Konzept gibt es keine gemeinsame Basis — und Unstimmigkeiten fallen erst beim fertigen Film auf.

Theoretisch ja, praktisch riskant. Schnitt ist mehr als Clips aneinanderreihen. Rhythmus, Dramaturgie, Pacing, Color Grading, Soundmix — das erfordert Erfahrung und professionelle Software. Wenn das Budget knapp ist: beim Dreh investieren, beim Schnitt an eine günstigere Option gehen. Aber ganz auf professionellen Schnitt verzichten? Das spart am falschen Ende.

Teuer. Nachdrehs kosten fast so viel wie der ursprüngliche Drehtag, weil Crew und Equipment erneut gebucht werden müssen. Deshalb ist das Briefing entscheidend. Je klarer die Vorstellung vor dem Dreh, desto weniger Überraschungen danach. Änderungen in der Postproduktion (anderer Schnitt, andere Musik) sind günstiger, aber auch hier gibt es Grenzen.

Ja, wenn die Einsatzbereiche klar sind. Ein Imagefilm für 5.000 bis 8.000 Euro, der drei Jahre auf der Website läuft und in Kundengesprächen gezeigt wird, ist eine überschaubare Investition mit großer Wirkung. Nicht jeder braucht eine Kinoproduktion — ein authentisches, handwerklich sauberes Video reicht.

Unbedingt. Drei Angebote auf Basis desselben Briefings geben ein Gefühl für die Preisspanne und helfen, schwarze Schafe zu identifizieren. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auf Portfolio, Kommunikation und Verständnis für Ihre Branche.

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